HDR_Fachtage.JPG
HDR_Fachtage.JPG

HDR-FACHTAGE


SCROLL DOWN

HDR-FACHTAGE


ZWEITE HDR-FACHTAGE

Filmproduktionen in High Dynamic Range: erleben, testen und verstehen.

Unsere HDR-Fachtage gehen in die zweite Runde!
Markiert Euch also schon mal Freitag, 29. und Samstag, 30. März 2019 fett im Kalender.

Mehr zum Programm gibt es hier in Kürze.
Infos und Anmeldungen via E-Mail an: HDR@screencraft.de

Das waren die ersten HDR-Fachtage:
Erste HDR-Fachtage
Bericht vom Kameramann
Bericht vom Movie College

HDR-Fachtage bei SCREENCRAFT


HDR-Fachtage bei SCREENCRAFT


 

HDR Kameras im Test

In unserem Test haben Phil Schmid und Andi Wilhelm ein Setup aufgebaut, in dem die RED Dragon, ARRI Amira und SONY Venice unter die Lupe genommen wurden:

* Dynamikumfang 

* Rauschverhalten in den Schatten

* Verhalten beim Clipping der Highlights

 

(*zum Vergrößern bitte das Bild anklicken)

Dynamikumfang

Um zu sehen wie weit helle Lichter im Bild noch bewahrt werden können, um sie im HDR-Grading sinnvoll und problemlos nutzen zu können, haben wir uns angesehen, wie viele Blendenstufen die Kameras oberhalb unsers Mittelgraus noch zeichnen.

Bei ARRI und RED begannen bei ca. 3 ½ Blenden über Grau bereits einzelne Farbkanäle zu clippen. Die Sony zeigte in beiden ISO-Stufen die ersten Spuren von Clipping bei ca. 5 ½ Blenden über Grau.

Um zu sehen, wann erste Farbkanäle clippen, ist es wichtig und hilfreich, das Signal bereits in einem geeigneten HDR-Gamma auf einem HDR-Monitor zu betrachten, da hier die Highlights auseinandergespreizt werden. Je mehr die Kurven auf dem HDR-Monitor gespreizt werden (z.B. 100 Nits vs. 3000 Nits), desto stärker fallen störende Artefakte ins Auge. Auf einem SDR-Monitor werden die Clippingkanten zusammengestaucht und erscheinen weicher, so dass Details übersehen werden können, die später im Grading stören und aufwändig repariert werden müssen.

Ebenso fiel auf, dass die Herstellerangaben des Dynamikumfangs auf jeden Fall etwas nach unten korrigiert werden müssen, um zu gewährleisten, dass ein sauberes Signal aufgezeichnet wird, das später in der Postproduktion keine zusätzlichen Arbeitsschritte erforderlich macht.


Rauschverhalten

Im Vergleich stellten wir fest, dass das Grundrauschen und die noch zeichnenden Elemente in den Schatten bei ARRI Amira und RED Dragon fast gleich sind. Wobei bei gleicher ISO 800 die Belichtung der RED fast zwei Blenden unter der Amira lag. Nachdem die RED in der Farbkorrektur angehoben wurde, war das Noisepattern jedoch ein wenig weicher. Verwendet wurde der Low-Light-Optimized Tiefpassfilter (LLO OLPF) der RED-Kamera, da der Skin-Tone-Highlight OLPF ca. eine Blende Licht schluckt und somit zwar etwas mehr Highlightreserven gibt, aber das Rauschen ebenfalls erhöht wird.

Die SONY Venice zeigte bei ISO 500 das wenigste und feinste Bildrauschen, bei ihrer höheren ISO-Stufe von 2500 war das Rauschen stärker und störender, als bei RED und ARRI auf ihren entsprechend nativen ISO-Stufen.

(*zum Vergrößern bitte das Bild anklicken)


(*zum Vergrößern bitte das Bild anklicken)

Highlight-Rolloff

Da nicht jedes Highlight komplett clippingfrei aufgezeichnet werden kann und muss, lohnt es sich genauer anzusehen, wie sich die einzelnen Kameras bei Überbelichtung verhalten.

Die Amira zeigte bei überbelichteten Stellen (Weihnachtsbaum, Lichterkette, etc.) einen recht sanften Übergang ins Clipping, der sehr natürlich wirkt. Wohingegen die RED Dragon hier ein paar Probleme hatte, – harte Kanten mit Farbsäumen und Solarisationsartefakten.

Die SONY Venice lieferte, auch wegen ihres größeren Dynamikumfangs, den sanftesten Übergang und bietet somit die größten nutzbaren Highlightreserven der drei Kameras.


Fazit

Insgesamt bieten alle drei getesteten Kameras die Möglichkeit gute HDR-Bilder zu produzieren. Jedoch empfiehlt es sich vor größeren Produktionen, in Zusammenarbeit mit dem Coloristen, einige Tests durchzuführen, um die geeignete Kamerauswahl zu treffen und ein HDR-taugliches On-Set-Monitoringsystem zusammenzustellen, das schon bei der Aufzeichnung eine Beurteilung zulässt, wie sich bestimmte Bildbereiche im finalen HDR-Grading verhalten werden. 

Ausstattung und Licht sollten bereits im Vorfeld gut geplant werden, da sich in HDR zwar der am Endgerät darstellbare Kontrast erhöht, das bedeutet aber nicht zwingend, dass kontrastreichere Szenen aufgebaut und eingeleuchtet werden können als in SDR. Denn die höhere Leuchtkraft des HDR-Systems erfordert mehr Kontrolle (z.B. dimmbare und fernsteuerbare Lichter) über einzelne Lichtquellen. So kann man vermeiden, dass störende Elemente vom eigentlichen Inhalt ablenken.

Eines möchte unser Colorist Phil Schmid noch allen, die für ein HDR-Projekt drehen, mit auf den Weg geben: „Mit der nativen ISO des Sensors einer Kamera hat man zwar immer den größtmöglichen Dynamic Range, aber das Rauschen ist dabei meist ein wenig zu stark. Es gilt also immer abzuwägen, ob ich für ein saubereres Bild auf eine Blende mehr Dynamic Range verzichten kann oder nicht!“